Handchirurgie

Karpaltunnelsyndrom (CTS)

Dabei kommt zu einer Einengung eines Nervens (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenkes.

Typische Erstsymptome sind nächtlich auftretende Schmerzen oder Gefühlsstörungen (im Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und halber Ringfingerbereich), die von der Hand in den gesamten Arm bis in die Schulter ausstrahlen können. Später treten die Beschwerden auch zunehmend tagsüber auf, im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einem Muskelschwund im Bereich des Daumenballens, Schwäche beim Zupacken und zu einer Minderung des Tastgefühls kommen.

Durch eine einfache Operation in örtlicher Betäubung wird ein Band über dem Nerv durchtrennt, wodurch dieser wieder genug Platz hat.

Nach dem Eingriff ist eine Schonung der Hand für mindestens drei Wochen notwendig.

 

Dupuytrensche Kontraktur

Der Morbus Dupuytren (Dupuytrensche-Kontraktur) ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche. Die Ursache ist bis heue ungeklärt.

Der Verlauf erstreckt sich oft über Jahre, beginnend mit einer Verhärtung im Bereich der Handfläche, die sich langsam zu einem Strang auswachsen kann, der dann zu einer Bewegungseinschränkung der betroffenen Finger führt bis hin zu einer kompletten Funktions-Einbuße der Fingergrund und Mittelgelenke führt.

Eine Strangentfernung und anschließende Therapie mit einer Lagerungsschiene ist eine Therapiemöglichkeit, wobei ein Wiederauftreten eines neuen Stranges relativ häufig beobachtet wird.

Xiapex ist ein Medikament, das seit Frühjahr 2011 auch in Österreich zugelassen wurde. Es wird für die Behandlung der Dupuytrenschen Kontraktur eingesetzt.

Es handelt sich dabei um eine Kollagenase, die streng in den Dupuytrenschen Strang gespritzt wird und dort zu einer kollagenauflösenden Wirkung führt. Nach 24 Stunden kann der Strang dann manuell aufgedehnt werden.

Diese neue Option kann in geeigneten Fällen eine Operation ersparen.

Schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans)

Bei dieser anlagebedingten Erkrankung kommt es zu einer Verdickung der Beugesehnen im Bereich der Fingergrundgelenke, wodurch diese nicht mehr reibungslos unter dem dortigen Ringband gleiten können. Dadurch kommt es zu einem „Steckenbleiben“ des Fingers bei der Beugung und die Streckung ist nicht mehr ungehindert möglich. Die Diagnosenfeststellung erfolgt durch eine eindeutige klinische Untersuchung. Eine kleine Operation in lokaler Betäubung, bei der das Ringband gespalten wird, beseitigt das Problem sehr einfach.

Tendovaginitis stenosans de Quervain

Die Quervain-Krankheit ist eine Überlastung von zwei Daumensehen die durch das erste Strecksehenfach verlaufen( M.abductor pollicis longus und M. extensor pollicis brevis). Durch häufige Abduktion (Bewegung des Daumens von der Handfläche weg) und Veranlagung. Ein gehäuftes Auftreten wird bei jungen stillenden Müttern beobachtet, die häufig das Baby mit kraftvoller Daumenabduktion halten, sowie neuerdings bei extrem häufigem Tippen von SMS-Nachrichten.

Bei der Operation in lokaler Betäubung wird das Strecksehenfach eröffnet, verdicktes Sehnenscheidenmaterial wird entfernt und somit wird ein ungestörter Verlauf der Sehnen wieder hergestellt.

Syndaktylie

Die Syndaktylie ist eine angeborene anatomische Fehlbildung, wobei es zu einer Verwachsung von Fingern und Zehengliedern kommt.

Sind die Fingerknochen einzeln vorhanden und befindet sich die Verwachsung nur im Bereich der Haut, so kann man die Finger oder Zehen durch einen chirurgischen Eingriff trennen.